Produktionen/2016

FESTIVAL zu Superdiversität

Festival 2016: Das Glücklichste Volk

FestivalKonferenz 1. Apr – 25. Sep 2016

Wir feiern das Ende des binären Denkens von Minder- und Mehrheiten und das Ende des „Anderen“. Wir feiern das neue Berlin und DAS GLÜCKLICHSTE VOLK. Deutschland erlebt nicht erst seit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ einen massiven demographischen Umbau: Die Mehrheitsgesellschaft löst sich auf und wir sind alle Angehörige von Minderheiten. Mit dem Festival Das glücklichste Volk wollen wir in der jtw Perspektiven im Zeitalter der Superdiversität untersuchen, Fragen nach der Verteilung von Macht und Privilegien stellen und die Definitionen unserer Identitäten erforschen.

Auf der Bühne in Gastvorträgen und Gesprächen sind während des Wochenendes unterschiedliche Expert*innen zu hören, die derzeit den Diskurs über Superdiversität in Deutschland prägen, u.a. mit Fran Meissner, Regina Römhild, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Van Bo Le-Mentzel, Jens Schneider, Purni Morell, Wolfgang Benz u.a.. Im Vorfeld des Festivals finden zudem Workshops mit Willkommensklassen, Student*innen und Jugendlichen statt, die das Thema der Superdiversität von unterschiedlichen Seiten betrachten: Sabine Zahn & Benni Förster-Baldenius suchen in einer Lecture-Performance nach einer mathematischen Formel für nationale Identität mit verschiedenen Variablen und Schüler*innen setzen sich, angeleitet von den Künstler*innen Modjgan Hashemian, Franziska Seeberg, Josep Caballero Garcia, Verena Schonlau und Lajos Talamonti, mit der Bedeutung von Körper, Folklore, Tanz, Rhetorikfragen und Genderaspekten auseinander. Die Ergebnisse der Workshops werden während des Festivals als kurze Interventionen präsentiert und reflektiert.

Im Zentrum der beiden Tage zur Superdiversität steht die neue Theaterproduktion der Bürgerbühne Spandau. „Das glücklichste Volk“, in der Inszenierung von Carlos Manuel, versucht andere von seiner Sichtweise zu überzeugen. Dabei verliert es sich – und kommt ins Zweifeln. 28 Menschen im Alter von 16-78 Jahre wechseln dafür die Perspektive und erforschen, was passiert, wenn man sich in andere hineinversetzt. Was sieht der andere, was ich nicht sehe? Das Bürgerensemble hat sich für dieses Stück verschiedenste Texte und gesellschaftspolitische Theorien als Spielvorlage genommen, die in einer öffentlichen Dramaturgie- und Entwicklungsphase gemeinsam diskutiert wurden. Die Uraufführung der Inszenierung ist bereits am 3. September 2016 zu sehen.

New York, Amsterdam, Sydney, London. Jetzt auch Spandau. Wir werden Superdivers!